Dr. Philip Krüger verwaltet derzeit die Professur für Soziale Arbeit im Kontext gesellschaftlicher Transformationsprozesse an der Hochschule für angewandte Wissenschaften und Künste (HAWK) in Holzminden. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die Erforschung von kritischen Männlichkeiten, Beratung und die sportbezogene Soziale Arbeit.
Roman: Herzlich Willkommen und Danke, dass das hier heute geklappt hat. Du hast ja in deiner Doktorarbeit Geburtsvorbereitungskurse für Väter erforscht und mich würde als erstes interessieren, wie es eigentlich dazu kam?
Philip: Das sind tatsächlich verschiedene Dinge gewesen, die mich dazu motiviert haben. Ein Punkt ist, dass ich mich im Rahmen meines Studiums der Sozialen Arbeit bereits mit Neuer Vaterschaft auseinandergesetzt hatte und so als junger Mann in einem akademischen Kontext mit diesen Phänomenen in Berührung gekommen bin.
Als ich dann selber Vater geworden bin, habe ich festgestellt, okay, so ein richtiges Angebot für mich als Vater gibt es irgendwie nicht. Meine Frau hat mich gefragt, ob ich einen Paarkurs mit ihr zusammen machen möchte. Ich habe gedacht, naja, ich möchte engagiert sein und ich möchte involviert sein, also bin ich dabei. Im Rahmen dieses Kurses habe ich aber festgestellt, dass das ein Angebot für Frauen ist, bei dem ich nur „dabei“ bin und das war mir irgendwie zu wenig, mir fehlte da was. Also ich hätte gerne thematisiert gehabt, was macht das überhaupt mit mir, Vater zu werden – und das tauchte überhaupt nicht auf.